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Studie: nur 9% der KMU Websites sind zeitgemäss

Tom
von Tom

Nicht einmal jede zehnte Website eines Schweizer KMU ist wirklich zeitgemäss. Von 2292 Seiten, die wir bewertet haben, erreichen knapp 9 Prozent die oberste Stufe. Rund ein Drittel hat deutlichen Handlungsbedarf. Und schaut man genau diese schwächsten Seiten vertieft an, ist SEO und Inhalt mit Abstand die grösste Lücke.

Warum diese Studie

Wir bewerten bei amai! laufend Websites von Schweizer KMU: strukturiert, nach einem festen Raster und mit denselben Kriterien für jede Website. So ist ein Datensatz entstanden, der eine ehrliche Antwort auf eine einfache Frage gibt: Wie fit sind die Websites der Schweizer KMU wirklich?

Zwei Ebenen, damit die Zahlen ehrlich bleiben

Damit die Aussagen belastbar sind, trennen wir zwei Ebenen sauber.

Die erste Ebene ist eine breite Einstufung. Wir haben 2292 Websites auf einer fünfstufigen Reifeskala bewertet, von zeitgemäss bis dringender Handlungsbedarf. Diese Einstufung deckt das ganze Spektrum ab, von der starken bis zur schwachen Seite.

Die zweite Ebene ist eine Tiefenanalyse. Aus dem Datensatz haben wir die 638 Seiten mit dem grössten Handlungsbedarf genommen und sie zwischen dem 14. Juni und dem 20. Juli 2026 in acht Kategorien mit 0 bis 10 Punkten bewertet. Die detaillierten Punktzahlen weiter unten beschreiben also gezielt diese schwächste Gruppe, nicht den Durchschnitt aller KMU.

Eine faire Einordnung dazu: Es sind 2292 Websites, die wir für den Schweizer Markt zusammengetragen und bewertet haben, quer durch die Deutschschweiz und viele Branchen. Es ist keine Zufallsstichprobe aus dem Handelsregister. Die Einstufung ist indikativ und beruht auf sichtbaren Website Elementen, nicht auf Analytics oder Labormessungen. Alle Resultate sind anonymisiert und aggregiert; einzelne Unternehmen werden nicht genannt.

Die Reife der Schweizer KMU Websites

Verteilung über alle 2292 bewerteten Seiten auf der fünfstufigen Skala:

  • Zeitgemäss: 8,6 Prozent. Aktueller Auftritt, sauber umgesetzt, wenig zu tun.
  • Solide: 27,4 Prozent. Gute Basis mit einzelnen Baustellen.
  • Ausbaufähig: 31,1 Prozent. Funktioniert, verschenkt aber sichtbar Potenzial.
  • Handlungsbedarf: 26,0 Prozent. Mehrere Schwächen, die Kunden kosten.
  • Dringender Handlungsbedarf: 7,0 Prozent. Der Auftritt arbeitet gegen das Unternehmen.

Zusammengefasst: 36 Prozent sind solide oder besser, rund ein Drittel liegt im Mittelfeld und knapp ein Drittel (33 Prozent) hat deutlichen Handlungsbedarf. Der Schnitt liegt bei 2,95 von 5. Die meisten Schweizer KMU Websites sind also kein Totalschaden. Zeitgemäss ist aber nur eine kleine Minderheit.

Balken der Reifeverteilung: 8,6 Prozent zeitgemäss bis 7 Prozent dringender Handlungsbedarf.

Die 638 mit dem grössten Handlungsbedarf, in acht Kategorien

Für die Seiten mit dem grössten Handlungsbedarf haben wir genauer hingeschaut. Durchschnittswerte pro Kategorie über diese 638 Websites:

  • Positionierung: 4,8 von 10. 41 Prozent liegen unter 5 Punkten.
  • Erster Eindruck: 4,7 von 10. 44 Prozent liegen unter 5 Punkten.
  • Visuelles Design: 4,7 von 10. 45 Prozent liegen unter 5 Punkten.
  • Vertrauen und Beleg: 4,6 von 10. 45 Prozent liegen unter 5 Punkten.
  • Mobile Erfahrung: 4,6 von 10. 47 Prozent liegen unter 5 Punkten.
  • UX und Struktur: 4,6 von 10. 47 Prozent liegen unter 5 Punkten.
  • Conversion: 4,0 von 10. 71 Prozent liegen unter 5 Punkten.
  • SEO und Inhalt: 3,6 von 10. 85 Prozent liegen unter 5 Punkten.

Drei Zahlen fassen diese Gruppe zusammen. Keine einzige der 638 Websites erreicht einen Gesamtschnitt von 7. 90 Prozent erreichen in keiner einzigen Kategorie eine 7. Und 59 Prozent haben mindestens eine Kategorie mit 3 Punkten oder weniger, also eine Baustelle, die aktiv Kunden kostet.

Balkendiagramm der acht Kategorien von 0 bis 10, SEO und Inhalt am tiefsten mit 3,6.

Die grösste Lücke: unsichtbar für Google und AI

SEO und Inhalt ist mit Abstand die schwächste Kategorie. 85 Prozent dieser Seiten liegen unter 5 Punkten und die Hälfte bei 3 oder tiefer. Bei 40 Prozent ist es die schwächste Kategorie überhaupt.

Konkret heisst das: Seitentitel ohne Leistung und Ort, fehlende oder leere Meta Beschreibungen, kaum Text, der erklärt, was das Unternehmen anbietet und für wen. Diese Websites sehen oft ordentlich aus. Google und zunehmend auch AI Assistenten können sie aber weder einordnen noch empfehlen. Die Folge ist ein Auftritt, der still bleibt: technisch online, praktisch unsichtbar.

Die zweite Lücke: Besucher kommen, doch nichts passiert

Conversion ist mit 4,0 die zweitschwächste Kategorie; 71 Prozent liegen unter 5 und ein Viertel bei 3 oder tiefer. Typische Muster: kein klarer Handlungsaufruf, Telefonnummern als reiner Text statt als antippbarer Link, Kontaktmöglichkeiten, die erst nach mehreren Klicks auftauchen. Wer es auf diese Websites schafft, findet oft schlicht keinen einfachen nächsten Schritt.

Schnelle technische Fixes, die Wirkung zeigen

Einige Probleme tauchten immer wieder auf und sind in wenigen Stunden behoben. Bei mindestens 35 Prozent dieser Seiten fehlt das og:image, sodass geteilte Links auf WhatsApp oder LinkedIn ohne Vorschaubild erscheinen. Bei mindestens 29 Prozent ist der Seitentitel generisch oder unvollständig. Bei mindestens 28 Prozent fehlt die Meta Beschreibung oder sie ist leer. Bei 15 Prozent ist das Zoomen auf dem Handy technisch blockiert. Und bei rund 5 Prozent ist die Telefonnummer auf dem Handy nicht antippbar.

Nicht jede Branche ist gleich weit

Auf der fünfstufigen Skala reicht der Schnitt je Branche von 2,1 bis 3,4 (hoch bedeutet mehr Handlungsbedarf). Den grössten Handlungsbedarf zeigen Coiffeure mit 3,4, gefolgt von Treuhand und Buchhaltung mit 3,1 sowie Kosmetik und Wellness mit 3,1. Am besten aufgestellt sind Web und Marketing mit 2,1 und Hotels mit 2,6. Die Lücke zieht sich damit durch fast die ganze KMU Landschaft. Gleich gross ist sie aber nicht überall.

Balkendiagramm des Handlungsbedarfs je Branche, Coiffeure am höchsten mit 3,4, Werbung und Marketing am tiefsten mit 2,1.

Bern und Zürich im Vergleich

Zwischen den grösseren Städten sind die Unterschiede klein. In Zürich haben wir mit Abstand am meisten Seiten bewertet (185), davon sind 9,7 Prozent zeitgemäss. In Basel (90 Seiten) sind es 5,6 Prozent, in Winterthur (60 Seiten) 11,7 Prozent. Bern fällt mit 15,4 Prozent zeitgemässen Seiten positiv auf, allerdings auf einer kleineren Basis von 39 Seiten. Der Schnitt liegt überall nah beieinander, zwischen 2,7 und 2,9 von 5. Die Lücke ist also weder ein Grossstadtproblem noch ein Randregionsproblem. Sie zieht sich durch die ganze Deutschschweiz.

Was Ihr KMU morgen tun kann

Die gute Nachricht: fast alles davon ist in wenigen Stunden behoben. Fünf Schritte, die sofort wirken:

  1. Schreiben Sie Leistung und Ort in den Seitentitel, zum Beispiel Schreinerei in Aarau statt nur Firmenname.
  2. Füllen Sie die Meta Beschreibung jeder wichtigen Seite mit zwei klaren Sätzen.
  3. Machen Sie die Telefonnummer antippbar und setzen Sie einen sichtbaren Handlungsaufruf auf die Startseite.
  4. Ergänzen Sie ein og:image, damit geteilte Links ein Vorschaubild zeigen.
  5. Beantworten Sie auf der Startseite in zwei Sätzen, was Sie anbieten, für wen und warum bei Ihnen.

Fazit

Die meisten Schweizer KMU Websites sind kein Totalschaden. Fast alle bleiben aber unter ihren Möglichkeiten: nur knapp 9 Prozent sind zeitgemäss und ein Drittel hat deutlichen Handlungsbedarf. Das ist eine gute Nachricht für alle, die jetzt handeln. Wer die Grundlagen sauber umsetzt, gehört in seiner Branche schnell zur Spitze.

Wollen Sie wissen, wo Ihre Website steht? Genau diese Analyse führen wir für Ihre Website kostenlos durch: Kostenlose Website Analyse anfordern. Mehr zu den Grundlagen lesen Sie unter SEO Basis für KMU und wie wir Websites bauen, die gefunden werden, unter Websites von amai!.

Tom de Vree

Tom de Vree · Gründer von amai

Tom de Vree entwickelt und betreut Websites, digitale Plattformen und Automatisierungen für Schweizer KMU.

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