Conversion: warum KMU Websites keine Kunden bringen
Besucher kommen. Kunden werden sie nicht. Bei den Schweizer KMU Websites mit dem grössten Handlungsbedarf erreicht die Kategorie Conversion im Schnitt nur 4,0 von 10 Punkten. 71 Prozent liegen unter 5, ein Viertel bei 3 oder tiefer. Damit ist Conversion nach SEO und Inhalt die zweitschwächste Kategorie der ganzen Studie. Der Grund ist selten Technik: die Seiten sagen dem Besucher schlicht nicht, was er als Nächstes tun soll.
So haben wir gemessen
Wir bewerten bei amai! laufend Websites von Schweizer KMU nach einem festen Raster. 2292 Seiten haben wir auf einer fünfstufigen Reifeskala eingestuft. Die 638 Seiten mit dem grössten Handlungsbedarf haben wir zusätzlich in acht Kategorien mit 0 bis 10 Punkten bewertet, darunter Conversion. Die Zahlen in diesem Artikel beschreiben also gezielt diese schwächste Gruppe, nicht den Durchschnitt aller KMU. Die Bewertung ist indikativ und beruht auf sichtbaren Website Elementen. Alle Details und die Gesamtergebnisse stehen in der KMU Website Studie.
Die Zahlen
Conversion misst eine einfache Frage: Findet ein Besucher ohne Suchen einen klaren nächsten Schritt? Anrufen, anfragen, buchen, kaufen. Über die 638 Seiten verteilt sich das Ergebnis so:
- 3 Punkte oder tiefer: 25 Prozent. Kein Handlungsaufruf, Kontakt versteckt. Der Auftritt arbeitet gegen das Unternehmen.
- 3 bis 5 Punkte: 46 Prozent. Es gibt eine Kontaktseite. Ein sichtbarer Weg dorthin fehlt.
- 5 Punkte oder mehr: 29 Prozent. Ein nächster Schritt ist erkennbar, oft aber nur einer.
Zum Vergleich: Positionierung, erster Eindruck und Design liegen in derselben Gruppe bei 4,7 bis 4,8 Punkten. Viele dieser Websites sehen also ordentlich aus, sie führen nur nirgendwohin.
Die drei Fehler, die immer wieder auftauchen
Kein klarer Handlungsaufruf. Die Startseite erzählt, wer das Unternehmen ist. Sie sagt aber nicht, was der Besucher jetzt tun soll. Kein Button, kein Satz wie «Rufen Sie uns an» oder «Termin anfragen». Wer nicht geführt wird, scrollt und geht.
Die Telefonnummer als reiner Text. Auf dem Handy ist die Nummer sichtbar. Antippen geht nicht. Bei rund 5 Prozent der Seiten ist das technisch der Fall. Häufiger ist die Nummer zwar verlinkt, steht aber im Footer, drei Bildschirme unter dem ersten Eindruck. Für einen Handwerker oder eine Praxis ist das der teuerste Meter der ganzen Website.
Kontakt erst nach mehreren Klicks. Menü öffnen, «Über uns», dann «Kontakt», dann ein Formular mit acht Feldern. Jeder Klick kostet einen Teil der Besucher. Auf dem Handy, wo die Mehrheit der KMU Kunden heute landet, kostet er noch mehr.
Was das kostet
Eine Website mit schwacher Conversion verschenkt genau die Besucher, die schon interessiert sind. Sie haben gesucht und geklickt. Dann fehlt der letzte Schritt. Das trifft KMU doppelt, weil die meisten nur wenige hundert Besucher im Monat haben. Jede verlorene Anfrage wiegt schwer. Dazu kommt ein zweiter Effekt: AI Assistenten und Google bevorzugen Seiten, auf denen klar ist, was ein Unternehmen anbietet und wie man es erreicht. Ein deutlicher nächster Schritt hilft also auch der Sichtbarkeit. Wie das zusammenhängt, steht unter GEO für Schweizer KMU.
Fünf Fixes, die in einer Stunde erledigt sind
- Ein Handlungsaufruf im ersten Bildschirm. Ein Button mit einem konkreten Verb: «Offerte anfragen», «Termin buchen», «Jetzt anrufen». Auf jeder Seite derselbe.
- Telefonnummer antippbar machen. Ein
tel:Link statt reiner Text. Auf dem Handy als fixer Button unten am Bildschirm. - Kontakt auf jede Seite. Adresse, Nummer und Email gehören in den Footer und an das Ende jeder Leistungsseite. Nicht nur auf die Kontaktseite.
- Formular kürzen. Name, Kontakt, Anliegen. Drei Felder reichen für eine erste Anfrage. Der Rest kommt im Gespräch.
- Den nächsten Schritt benennen. Zwei Sätze unter dem Button: Was passiert nach dem Klick und wie schnell melden Sie sich. Das senkt die Hürde spürbar.
Für keinen dieser Punkte braucht es ein Redesign, nur eine Entscheidung: Was soll ein Besucher auf dieser Website tun? Wer das festlegt, hat die fünf Punkte oben am selben Tag umgesetzt.
Wir bewerten Ihre Website nach demselben Raster wie in der Studie inklusive Conversion. Wir sagen Ihnen ehrlich, wo Besucher verloren gehen und was der schnellste erste Schritt ist.
Kostenlose Website Analyse anfragen →Häufige Fragen
Was bedeutet Conversion bei einer KMU Website? Conversion heisst, dass ein Besucher den nächsten Schritt macht: anrufen, eine Anfrage senden, einen Termin buchen oder kaufen. Die Kategorie misst, wie leicht die Website diesen Schritt macht.
Wie schlecht steht es um die Conversion der Schweizer KMU Websites? Bei den 638 Seiten mit dem grössten Handlungsbedarf liegt der Schnitt bei 4,0 von 10 Punkten. 71 Prozent erreichen weniger als 5, ein Viertel liegt bei 3 oder tiefer.
Was ist der häufigste Conversion Fehler? Der fehlende Handlungsaufruf. Die Seite erklärt, wer das Unternehmen ist, sagt aber nicht, was der Besucher tun soll. Dicht dahinter folgen die versteckte Kontaktmöglichkeit und die Telefonnummer als reiner Text.
Braucht es ein Redesign, um die Conversion zu verbessern? Nein. Ein Button im ersten Bildschirm, eine antippbare Telefonnummer, Kontaktdaten auf jeder Seite und ein kurzes Formular sind in wenigen Stunden umgesetzt und wirken sofort.

Tom de Vree · Gründer von amai
Tom de Vree entwickelt und betreut Websites, digitale Plattformen und Automatisierungen für Schweizer KMU.